Authentikbereich  in Pullman City    

Christian Weidinger & Barbara Köglberger

in

„Baker`s Crossing“

 

BIOGRAPHIE                   JIM (James) BAKER  1818 – 1898

 

Jim Baker wurde am 19. Dezember 1818 in Belleville in Illinois geboren. Seine Eltern waren William und Phoebe Neeley – Farmer mit schottisch-irischem Ursprung. Er hatte drei Schwestern sowie einen jüngeren Bruder. Er interessierte sich für die Abenteuer im Grenzgebiet und wanderte mit 13 Jahren zu Fuß nach St. Louis in Missouri. Dort strebte er eine Zukunft als Scout und Trapper an.

1838 unterschrieb er einen 18monatigen Vertrag mit der American Fur Company als Scout und Biberjäger. Er arbeitete für Jim Bridger als Führer von dessen Packzug zum jährlichen Trapper-Rendezvous in den Wind River Mountains (westlich – zentrales Wyoming). Weiters leitete er im Jahr 1839 eine Expedition von Westport, Missouri, nach Bonneville, Wyoming. Danach kehrte er für ein Jahr nach Illinois zurück, machte aber immer wieder alleine als Trapper Expeditionen in den Westen.

Im Frühjahr 1841 kehrte er wieder in die Rocky Mountains, nach Henry´s Fork - Jim Bridgers und Henry Fraebs Camp - in Idaho, zurück. Auf die Bitte von Bridger hin machte sich Jim Baker auf die Suche nach Fraeb im Indianer -Territorium. Baker fand Fraeb unversehrt am Fuße des Squaw Mountain am Little Snake River. Am 21. August 1841 gerieten Fraeb und Baker in einen Angriff von 500 Arapaho, Cheyenne und Sioux Indianern am Fuße des Bastion Mountain.  Im sechs Tage dauernden Kampf verlor Fraeb bald sein Leben, worauf hin Baker die Leitung der Trapper übernahm und die Überlebenden zurückbrachte. In den folgenden Jahren wurde er als erfolgreicher Trailführer und Indianerkämpfer bekannt und er freundete sich mit John Charles Fremont und Kit Carson an.

Aber Baker kämpfte nicht nur gegen die Indianer, sondern freundete sich auch mit manchen Stämmen an. Dadurch heiratete er mehrere indianische Frauen von den Stämmen der Bannock. Flathead und Shoshone Indianer sowie zwei Snake – Schwestern von denen eine Morook hieß. Im August 1847 half er Shoshonenhäuptling Washakie bei der Rettung von mehreren seiner Indianer aus den Händen der Blackfoot. Darunter befand sich auch Washakies Tochter Marina. Baker heiratete darauf hin Marina und wurde von den Shoshonen als „rothaariger Shoshone“ adoptiert. Er lebte darauf hin zwei Jahre bei den Shoshonen. Mit Marina hatte er zwei Söhne namens William und Joseph und eine Tochter namens Jennieve Jane.

Anfang der 1850 Jahre rettete er Sioux Häuptling Long Lance, dessen Tochter Flying Fawn und dessen Neffen Flash of Fire vor einem Blizzard. Daraufhin heiratete er Flying Fawn. Eine weitere Frau hieß Eliza Yanetse mit der er Zwillinge hatte, von denen nur James C. Baker überlebte. Außerdem war er noch mit Elizas Schwester Mary verheiratet.

Ab 1847 bis 1858 arbeitete Baker für die Regierung, sowie für General Selby Harney und andere private Milizen wegen seiner guten Kenntnisse des Shoshone – Dialektes und der Arapaho – Zeichensprache als Dolmetscher und Scout.

1859 wurde er zum ersten Mal nahe Denver in Vasquez (jetzt Clear Creek) sesshaft. Er baute eine Ranch, in der er zuerst Rinderzucht betrieb. Weiters betrieb er eine Zollbrücke an der Denver Boulder Wagon Road über den Clear Creek, sowie eine Fähre für Postkutschen  an der Baker´s Crossing. Zudem gehörte ihm die erste Steinkohlenmine in Erie 18 Meilen nördlich von Denver. Während seiner Zeit in Denver ertrank Marina und einige seiner Kinder starben an Pocken. Die übrigen Frauen betrieben eine Generalstore und handelten mit Indianern, Mestizen und Einwanderern. Auch in dieser Zeit bevorzugte er sein Ledergewand, da ihm „zivilisierte Kleidung“ unbequem und „lächerlich“ vorkam.

Auch während seiner Zeit in Denver  betätigte sich Jim Baker immer wieder als Scout. Zum Beispiel in den Jahren 1864 und 1865 für den Indianeragenten Daniel Chessman Oakes oder John Milton Chivington. Weiters war er in dieser Zeit immer wieder als Trapper und Jäger unterwegs.

Am 15. Mai 1873 verkaufte er seine erste Farm in Denver, da ihm die Stadt zu groß wurde, und er wieder zurück in die Natur wollte. Er baute am Little Snake River im heutigen Savery, Wyoming, ein zweistöckiges Holzhaus. Dieses hatte zwischendurch einen Wachturm als dritten Stock, der 1881 wieder entfernt wurde. Das Erdgeschoss diente als Wohnbereich und der erste Stock wurde als Lager verwendet. Zu Bakers Zeit stand die Farm in der Nähe einer Quelle mit gutem Blick über das Land. Er baute es zwischen den Tipis der Shoshonen, die ihn adoptierten. Baker betrieb dort Rinderzucht und lebte mit vier seiner Kinder, darunter Marinas Sohn Joseph, auf der Farm. In den Jahren 1875 und 1879 diente Baker noch zweimal der Armee als Scout - einmal unter General Custer in Rosebud, South Dakota, gegen Oglala – Lakota Häuptling Crazy Horse, das zweite Mal unter Major Thornburgh.

Die letzten 17 Jahre seines Lebens verbrachte er auf seiner Farm in Savery wo er am 15. Mai 1898 friedlich starb. Er wurde auf einem benachbarten Friedhof begraben.

Im Jahr 1917 wurde die Farm abgebaut und im Frontier Park in Cheyenne (Wyoming) wieder aufgebaut. Im Juli 1976 veranlasste Bakers Urenkel Paul Mc Allister, dass die Farm wieder an ihren ursprünglichen Standort verlegt wurde, wo sie noch heute als Teil des Little Snake River Museum existiert.

Im Jahr 1996 errichtete die Stadt Westminster in Colorado ihm zu Ehren eine Statue.