Textfeld: Textfeld: Wie  jedes Jahr an Weihnachten, wenn wir in Pullman City sind, besuchen wir Mike den Mundwerker  im Mandan-Erdhaus um seinen Geschichten zu lauschen. 
Eine kleine Diskussion mit Mike hatte Susanne irgendwie inspiriert am Morgen des 21.Dezember 2008 in gut 3 Stunden und einigen Tassen Kaffee ein Geschichte zu schreiben über eine oft gestellte Frage . . . . . . . .

Frage:                              Warum fressen Eisbären keine Pinguine                                             ?????

 

Antwort:           Eisbären leben am Nordpol und die Pinguine am Südpol                           !!!!!

 

ABER                   warum das so ist, hier nun die Geschichte:

 

 

Als dann die Sonne kam, ging sie mit ihnen ins Freie, wo die zwei Geschwister sofort anfingen zu spielen und die Welt zu entdecken. Die Mutter warnte sie noch, sie sollten nicht zu weit weg laufen und verbot ihnen auch am Rande des Gletschers zu spielen. Das wäre viel zu gefährlich….

Vor langer, langer Zeit, als die Eisbären und die Pinguine noch im selben Land wohnten geschah es, dass Mitten im Winter in einer Höhle eine Bärin zwei Junge auf die Welt brachte.

Aber wie das oftmals so bei Kindern ist, während sie spielen vergessen sie ringsum alle Mahnungen.

 

So kam es, dass einer der kleinen Bären, nennen wir ihn Kurt, vom Gletscherrand auf eine Eisscholle sprang. Sein Schwesterchen jedoch nicht.

Sie rief noch: < Aber, Kurt! Das dürfen wir doch nicht tun!>.

Nur, Kurt wollte sie nicht hören. Er war so begeistert vom Wippen und Schaukeln der Scholle! Hei, wie war das Lustig! Voll Begeisterung sprang er von einer Seite auf die andere und konnte kaum genug kriegen, den kleinen Schneeflocken die hoch stoben nachzujagen. Denen hüpfte er nach, um sie mit der Zunge aufzufangen…

Nach einer guten Weile wurde er des Spiels müde und sah sich um… Aber, wo war er????

Er sah weder sein Schwesterchen, noch den Gletscher, noch - überhaupt Land. Die Scholle war weit abgetrieben mitten auf das offene Meer hinaus. In seiner ersten Reaktion wollte er zurück schwimmen. Aber, wohin zurück? Welche Richtung sollte er nehmen? Und ausserdem war ihm das Wasser viiiiiiel zu kalt!!!!

So ergab er sich in sein Schicksal und kauerte sich auf der Scholle nieder. Um seinen Durst zu löschen knapperte er ein wenig am Eis.

 

Es wurde Nacht und die Sterne funkelten über ihm…

 

In der ersten Nacht war er zornig! Denn, schliesslich hätte seine Mutter besser aufpassen müssen und sein Schwesterchen hätte lauter rufen können, damit er nicht in diese scheussliche Lage gekommen wäre.

Er schimpfte: < Blöde Mutter, doofe Schwester!  Blöde Mutter, doofe Schwester!!! > leiser werdend.

 

Am Tag war es ihm langweilig, was konnte er tun? Das Hüpfen und Springen machte ihm keine Freude mehr.

 

In der zweiten Nacht wurde er traurig und fühlte sich sehr einsam. Er hatte schrecklichen Hunger und wimmerte: < Mutti, du hattest Recht! Es tut mir Leid, dass ich nicht auf dich gehört habe! >

Er stellte sich vor, wie sich sein Schwesterchen satt und zufrieden in das warme Fell seiner Mutter kuschelte und wie sich die Beiden um ihn Sorgen machten. Und in Gedanken bat er sie um Verzeihung für seinen Leichtsinn und blickte zu den Sternen auf.

 

Am Tag stand er gar nicht mehr auf. Er war so schlapp vor lauter Hunger.

 

In der dritten Nacht spürte er kaum mehr seinen Hunger, noch nahm er die Kälte wirklich war. Das Meer war ruhig. Alles war ganz still. Kein Laut drang in seine Ohren. Er blickte wieder zu den funkelnden Sternen hinauf. Auf einmal war es ihm, als ob er die Sterne singen hören könnte. Er wurde innerlich ganz still und hatte auch keine Angst mehr. Er lauschte! Und tatsächlich da war was… Es war mehr ein Ahnen, denn ein Hören. Aber die wunderbare Melodie, die er vernahm schenkte seinem Herzen Frieden. Er wurde richtig glücklich, denn ihm wurde bewusst: „solange ich die Melodie in meinem Herzen spüre, kann mir nichts Übles widerfahren. Darauf hin schlief er ein.

Wie lange er geschlafen hatte vermochte er nicht sagen, als ein Rumpeln und Poldern ihn weckte. Er öffnete die Augen. Da sass doch keine zwei Meter von ihm entfernt ein kleiner Pinguin der fragte:

< hey-jo, Alder, was machste denn hier?  und wo kommste denn her? >

< Das weiss ich nicht >, antwortete Kurt ganz artig, < das einzige, das ich weiss ist: ich bin alleine, meine Mutter und meine Schwester sind weg und ich habe so viel Hunger >.

Pingi, der Pinguin bekam vor Schreck ganz grosse Augen und machte vorsichtshalber einen Hopser rückwärts, um den Abstand zwischen ihnen zu vergrössern.

 

< Hast du etwa Angst vor mir? > fragte da Kurt ganz erstaunt.

< Na, klaro man, du könntst mich ja fressen wolln! >

< Dich fressen? Ich hab noch nie einen Pinguin gegessen – schmecken die denn gut? >

< Ne, Mann, janz und jarnich, das kann ich dir sagen, jawoll janz und jarnich! Aber wart mal Alder, ick hab da `ne Idee, > sprach Pingi und sprang ins Meer.

 

Nach einer kleinen Weile tauchte er wieder auf und brachte Kurt einen grossen dicken Fisch, dann noch einen und noch einen, bis Kurt schon einen runden Bauch kriegte und sich satt und zufrieden nieder setzte.

 

Beide lachten glücklich und begannen zu erzählen. Kurt von seiner Mutter, seiner Schwester und gestand auch seine Dummheit ein, als er auf die Scholle sprang. Und ganz, ganz  leise erzählte er von der „Melodie der Sterne“, die er vernommen hatte.

 

Pingi berichtete von seiner Familie, seinen Geschwistern, Onkel und Tanten, seinen Kindern, den Nichten und Neffen und dass sie alle zusammen leben und viel Spass miteinander hätten.

 

< Ach, so viele seit ihr? Und ich hab niemand mehr. > Kurts Blick wurde ganz traurig.

< Wenn de mir versprichst, dass Fische viel leckerer sind, als Pinguine, dann will ich dich wohl mit zu meiner Familie nehmen >.

 

Glücklich willigte Kurt sofort ein und Pingi brachte ihn zu sich nach Hause. Ihr könnt Euch  denken, all die Aufregung der anderen Pinguine. Die da wild durcheinander schrieen:

< Oh, Pingi, bist de total verrückt jeworden? Schleppste uns hier ‘nen Eisbären ran? Bis de wahnsinnig oder wat???? >

 

Aber Pingi beruhigte sie: < Hört doch zu Leute! Kurt hat die Melodie gehört…! ihr wisst schon welche, die von den Sternen kommt >. Ein ehrwürdiges und erstauntes Murmeln ging von Pinguin zu Pinguin: < er hat die Melodie gehört…, er hat die Melodie gehört >.

< Und ausserdem >, rief Pingi < mag er nur Fisch! >

So kam es, dass Kurt in die Gruppe aufgenommen wurde. Sie brachten ihm bei, wie man Fische fängt. Er spielte mit den Kindern, half mit wo er nur konnte und war zufrieden.

Jahre vergingen und Kurt wurde zu einem stattlichen Eisbären.

 

Eines Tages, es war für alle ein hartes Jahr gewesen, tauchten plötzlich am Horizont andere Eisbären auf. Die Pinguin Kolonie war entdeckt worden. Panik und Angst befiel alle Pinguine. Da sprach Kurt: < Ich kann euch zwar alleine gegen so viel Bären nicht verteidigen; und was noch schlimmer ist, ich kann nicht gegen meine Art kämpfen, sie sind auch ein Teil von mir. Aber ich weiss was wir tun können! Die Sterne haben es mir gesagt. Packt all euere Sachen schnell zusammen. Ich bringe euch an einen Ort, wo ihr von nun an immer sicher vor den Bären leben könnt. >

So machten sich alle auf einen langen Weg. Erlebten viele Abenteuer und Kurt beschützte sie vor mancherlei Gefahren. Sicher führte er sie, bis sie schliesslich auf die andere Seite der Erde gelangten. Die Sterne hatten ihm den Weg gezeigt vernommen durch die Melodie in seinem Herzen.

 

Die Pinguine richteten es sich gemütlich in ihrer neuen Heimat ein, die für sie noch viel schöner war als die Alte. Kurt wurde als Held gefeiert und alle waren froh ihn damals bei sich aufgenommen zu haben.

 

Nur Kurt wurde traurig und sprach: < Meine lieben Freunde, es wird nun Zeit für mich euch zu verlassen. Ich muss zurück um den anderen Bären zu sagen, dass Pinguine nicht gut schmecken. Ich muss das tun, die Sterne haben es mir so gesagt.>

So kommt es, dass die Eisbären am Nordpol und die Pinguine am Südpol leben. Und wenn Ihr nachts in den Himmel schaut findet Ihr unter den nördlichen Sternen noch den „grossen Bär“. Das haben die Sterne getan, als Dank für den Mut von Kurt.

ENDE