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Heinz Zehnder &  Tamara Wirz                                          

als    
                                                                                                                                    Tamara & Henny Thender

UNSER WEG NACH DER NEUEN WELT

 

  Im Jahre des Herrn 1827 wurde ich Heinz Zehnder von meiner Heimatgemeinde alsWaise in die neue Welt abgeschoben. So entstanden für die Heimatgemeinde die Minimsten Kosten. In Havrè wurde ich auf ein Schiff gebracht, die Überfahrt wurdein bar beglichen, ich erhielt noch einen Sack mit 100 Pfund Maiskörnern.

Heimlich hatte ich von meinem Knechten Lohn etwas in die Socken gesteckt, das solltemein Start im neuen Land vereinfachen.

 

 Zur selben Zeit wurde auch Tamara Wirz als Waise von Ihrer Heimatgemeinde Schlossrued abge-schoben. Mit Ihren besten Kleidern die aus einer Magd-Bekleidung und einer Aargauer Arbeitstracht bestand sowie mit dem Bringsel der Heimatgemeinde das aus aus 100 Pfund Getreidekörnern bestand wurde auch sie eingeschifft.

 

 Auf der Überfahrt lernten wir uns kennen und verliebten uns ineinander. Noch auf dem Schiff liessen wir uns vom Kapitän Trauen. Und so reisten wir als Paar in der neuen Welt ein.

 

 Beim Einschreiben in die Einwanderung listen ergaben sich schon die ersten Hindernisse. Aus meinem Vornamen Heinz wurde Henny und aus Zehnder wurde Thender, also von fortan hiessen wir Tamara und Henny Thender, deshalb sind wir auch nicht mehr aufzufinden unter unsern alten Namen. In den Schweizer Kirchenbüchern wurden wir ausgetragen als ausgewandert in die neue Welt.

 

 Wir entschlossen uns in die weiten Wäldern zu ziehen und unser Lebensunterhalt als Trapper zu verdingen.

Tamara machte mit Fallen Jagd auf Kleintiere wie Mäuse, Wiesel und Marder, auch die begehrten Otter gingen des Öfteren in die Falle. Auch der Fischfang für die Abwechslung  im Speiseplan oblag Ihr. Meistens gab es als zusätzliches zum Fleisch die von Tamara und mir gesammelten Beeren und Nüsse.

Ich war für die grösseren Tiere zuständig, Waschbär, Biber, Fuchs und Wolf waren wen sie vor meine mit dem Heimlich ersparten gekaufte Flinte kamen fällig. Wir bauten uns aus dem umliegenden Holz eine Hütte, mit den ersten Fellen tauschten wir in einer nahgelegten Waldsägerei Schwartenholz ein um die Hütte einzudecken.

 

 Nach einem harten Winter, wir hatten gute Jagd gehabt konnten wir die ersten Felle eintauschen und erlösten einen schönen Gewinn was uns einige Anschaffungen machen lies. Neue Fallen und auch ein 2.Gewehr im Kaliber 18 mm für die Bärenjagd konnten wir uns  neben genügend Lebensmittel und Pulver sowie Blei für die Kugeln beschaffen.

Wir entschlossen das wir sobald wie möglich im Frühjahr weiter ziehen wollen in die Gegend vom Mount Washington, denn wir hörten das diese Gegend noch nicht so von Trappern Bejagt wird und das viel Wild jeglicher Art vorhanden sei.

 

 

WIR ZIEHEN WEITER  UND BAUEN UNSERE TRAPPER-HÜTTE

 

 Schon im Frühling des Jahres 1829 machten wir uns auf Richtung Norden in die Gegend des Mount Washington. Nach einer langen, zum Teil unwegsamer Wanderung dem Ellis–River entlang fanden wir im Herbst beim Zusammenfluss des Cutler Rivers in den Ellis River eine gute Stelle für unsere Trapperhütte. Auch für die Jagd versprach die

Gegend hier sehr gute Voraussetzungen. Auch waren die beiden Flüsse sehr Fischreich und so konnten wir unsere Nahrung mit Fisch ergänzen.

 

 Nachdem wir das erste Jahr an dem neuen Ort in einer sogenannten Jagdhütte verbrachten und wir

neben der Jagd auch noch unsere neue, grosse Trapperhütte erstellten.

 

 Nachdem der Winter 1829 / 30 sehr hart war und in dieser Zeit an den Hüttenbau kaum zu denken war und wir desshalb mehrheitlich der Jagd durch Fallenstellen nachgingen. Die Jagd war sehr er-folgreich, die Gegend war gut gewählt und der Ertrag durch die Felle war gut. Der Erlös liess uns einige Neuanschaffungen machen, Fangeisen für die Bärenjagd standen ganz oben.

 

 Im Frühsommer wurde die Hütte „White Mountains Home“ fertig erstellt, sie war gross gemütlich und mit einem grossen offenen Kamin versehen. Ich erstellte mir noch in diesem Sommer und Herbst vier Aussenlager die ich durch den Winter auf meinen Streifzügen der Jagd als Lager und Schlafstätten benutzen konnte.

Noch vor Wintereinbruch 1830 waren sie bezugsbereit und sollten mir schon im nächsten Winter her-vorragende Dienste erfüllen.

 

 Der Winter 1830 / 31 war besonders hart und als ich an einem Abend von der Fallen Kontrolle voll-gepackt mit zwei schönen Bären zurück kam, erwarteten mich bei der Hütte eine Meute Wölfe und belagerten mich dann tagelang. Nach dem Abschuss von fünf der Tiere zogen sie wieder ihren weg. Zum Glück hatte ich den Leitwolf erwischt und der anschliessende Kampf um die Wahl des neuen Leitwolfes, beschäftigte sie mehr.

 

 In den nächsten Jahren wurde versucht uns Trapper an bestimmte Fellaufkäufer zum Verkauf zu zwingen, ich blieb hart und verkaufte dort wo die Preise gut und korrekt waren. Tamara und ich

blieben somit freie aber immer von den Companys verfolgte Trapper.

 

 1849 nahmen wir bei uns einen Indianer Jungen von acht Jahren vom Stamm der Mohawk bei uns auf, seine Mutter stand eines kalten Wintertages vor unserer Türe, sie starb zwei Tage später an einer schweren Lungenendzündung. Er hiess wie die Mutter uns noch sagen konnte Little Baer. Er wurde wie als wäre er unser Kind bei uns aufgezogen.

 

 1852 wurde ich im Alter von 58 Jahren von einem Bären auf der Jagd angefallen und wurde

dabei erheblich Verletzt, an eine Grosse Jagd war nun nicht mehr zu denken. Little Baer hatte inzwischen erfolgreich das Handwerk der Jagd gelernt und schaute liebevoll für unsere Zukunft.

 

 Wir verbrachten unseren Lebensabend mit unserem Sohn der dann auch später die Hütte übernahm. In der Nähe entstand nicht allzu weit von unserer Hütte mit dem erste Siedler Hayes Copp  ein Gehöft. Daraus entstand dann Pinkham Notch.

 

 Dort wo unsere Hütte einmal gestanden hat, steht heute ein Anlage für Touristikgäste und schon in vierter Generation unseres Sohnes werden die Touristik-Lodge „White Mountains Home“ erfolg-reich geführt. Es werden Sommer wie auch Winter-Touren auf den nahen Mount Washington angeboten.

 

Gott sei  uns und unseren erlegten Tieren gnädig!

Tamara  gest. 1868 und Henny Thender  gest. 1867